SAP gehört zu den bekanntesten Softwarekonzernen Europas und ist für viele Investoren ein Inbegriff von Stabilität. Blickt man jedoch auf die nüchternen Zahlen der letzten Jahre, entsteht ein deutlich differenzierteres Bild. Laut den veröffentlichten Daten lag die durchschnittliche Gesamtwachstumsrate über die vergangenen fünf Jahre lediglich bei rund 1,5 Prozent pro Jahr. Das ist für ein Technologieunternehmen dieser Größenordnung ausgesprochen wenig und erklärt, warum SAP lange Zeit kein klassischer Wachstumswert war.
Zukunftserwartungen bereits eingepreist
Zuletzt haben sich die Erwartungen an die Zukunft spürbar verbessert. In den Unternehmensberichten wird für Umsatz und operative Entwicklung wieder ein moderates Wachstum prognostiziert, und auch der Analystenkonsens ist grundsätzlich positiv. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 291 Euro, das höchste sogar bei etwa 345 Euro. Vom aktuellen Kursniveau aus entspricht das einer rechnerischen Aufwärtsspanne von gut 40 Prozent. Auf den ersten Blick wirkt SAP damit wie eine attraktive Turnaround-Story.
Doch genau hier liegt der Haken. Die GROWTH-Bewertung zeigt, dass diese verbesserten Zukunftsaussichten bereits vollständig im Kurs enthalten sind. Die Aktie notiert deutlich über ihrem inneren Wert. Die Sicherheitsmarge ist mit knapp minus 40 Prozent klar negativ. Vereinfacht gesagt zahlen Anleger heute einen erheblichen Aufpreis auf das, was die fundamentalen Ertragsaussichten rechtfertigen.
Ein nüchterner Blick auf den GROWTH-Chart
Ein Blick auf den GROWTH-Chart verdeutlicht diesen Zusammenhang sehr anschaulich. Die weiße Linie stellt den inneren Wert dar, also den Wert, der sich aus den bisher erzielten und den erwarteten zukünftigen Gewinnen ableitet. Der tatsächliche Kurs schwankt um diese Linie herum. Phasen der Überbewertung werden in der Regel früher oder später durch Rücksetzer oder lange Seitwärtsbewegungen korrigiert. Umgekehrt gab es auch Zeiten, in denen SAP deutlich unter ihrem inneren Wert notierte. Im Herbst 2022 lag die Aktie zeitweise rund 30 Prozent darunter, was im Nachhinein eine sehr attraktive Einstiegsgelegenheit war.

Heute ist die Situation genau umgekehrt. Der Kurs bewegt sich deutlich oberhalb des inneren Wertes. Natürlich bedeutet das nicht, dass die Aktie sofort fallen muss. Überbewertungen können sich über Monate oder sogar Jahre halten. Sehr häufig geschieht die Anpassung nicht durch einen Crash, sondern durch eine lange Phase, in der der Kurs seitwärts läuft, während der innere Wert langsam aufholt. Für langfristig orientierte Anleger ist das jedoch schlecht, denn in solchen Phasen entsteht kaum realer Vermögenszuwachs.
Das wird auch in der langfristigen Renditeprojektion sichtbar. Bis Ende 2027 ergibt sich auf Basis der aktuellen Bewertung und der erwarteten Gewinne eine rechnerische Jahresrendite im negativen Bereich. Nach derzeitigem Stand wäre dafür ein Wert von rund minus drei Prozent pro Jahr zu erwarten. Das bedeutet: Selbst wenn SAP operativ solide arbeitet, ist die Aktie auf dem heutigen Kursniveau kein attraktives Investment, weil der Einstiegspreis zu hoch ist.
Spannungsfeld zwischen Qualität, Bewertung und innerem Wert
SAP ist zweifellos ein starkes Unternehmen mit einer hohen Marktdurchdringung, stabilen Kundenbeziehungen und einer strategisch wichtigen Position im Bereich Unternehmenssoftware. Die fundamentalen Aussichten haben sich zuletzt verbessert. Doch der Aktienkurs spiegelt diesen Optimismus bereits mehr als wider.
Gerade deshalb ist der innere Wert so wichtig. Langfristig tendieren Aktienkurse dazu, immer wieder zu diesem fairen Wert zurückzukehren. Liegt der Kurs deutlich darüber, sind die zukünftigen Renditechancen begrenzt. Für neue Investitionen ist das kein gutes Umfeld, auch wenn Analysten noch hohe Kursziele ausrufen.
Risiken und Chancen systematisch auswerten
Wer solche Zusammenhänge nicht nur bei SAP, sondern systematisch bei allen Aktien erkennen möchte, kommt um eine strukturierte Bewertungsmethode kaum herum. Die GROWTH Investing Software verbindet genau diese beiden Ebenen: die fundamentalen Wachstumsaussichten eines Unternehmens und deren Übersetzung in einen inneren Wert. Auf dieser Basis lässt sich schnell erkennen, ob eine Aktie wirklich günstig ist oder ob man für gute Nachrichten bereits einen zu hohen Preis bezahlt.
Gerade bei bekannten Qualitätswerten wie SAP lohnt sich dieser Blick besonders, denn hier ist die Versuchung groß, allein auf positive Schlagzeilen oder Analystenziele zu vertrauen. Wer stattdessen selbst sehen möchte, wie innerer Wert, Sicherheitsmarge und langfristige Rendite zusammenwirken, kann die GROWTH Investing Software direkt ausprobieren und eigene Analysen erstellen.


