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Chewy: starkes Comeback, aber der Trend bleibt das Nadelöhr

Chewy ist als führender Onlinehändler für Heimtierbedarf in den USA eine bekannte Marke mit hoher Kundenbindung. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen gezeigt, dass es Umsatz und Ertrag deutlich steigern kann. Die Zahlen aus dem aktuellen Datenblatt unterstreichen das: Über fünf Jahre liegt die kombinierte Wachstumsrate von Umsatz und Gewinn bei knapp 40 Prozent pro Jahr, das Gewinnwachstum sogar bei rund 30 Prozen (Datenquelle: CHWY PDF). Das ist die Art von Fundamentaldynamik, die grundsätzlich gut zu einem wachstumsorientierten Investmentansatz passt.

Bewertungsanalyse

Trotz der positiven Fundamentaldaten lohnt sich der Blick auf die Entwicklung der Bewertung. Der Growth-Chart (Bild unten und im PDF) zeigt deutlich, dass Chewy in den Jahren 2020 und 2021 massiv über dem inneren Wert notiert war. In dieser Phase sind viele Anleger zu hohen Kursen eingestiegen, nur um anschließend einen langen Abverkauf zu erleben. Der Kurs brach bis 2024 stark ein und markierte dort ein zyklisches Tief. Von diesem Tiefpunkt aus konnte sich die Aktie zwar deutlich erholen, in der Spitze um etwa eine Verdopplung, doch diese Erholung muss in den richtigen Kontext eingeordnet werden: Sie ist vor allem eine Bewegung von einer deutlichen Unterbewertung zurück in Richtung des inneren Werts.

Chewy Aktienanalyse GROWTH-Chart
Der GROWTH-Chart zeigt, wie Chewy nach der massiven Überbewertung der Jahre 2020/21 tief in die Unterbewertung fiel und sich seither zwar deutlich erholt hat, der Kurs aber trotz Annäherung an den inneren Wert ab 2025 erneut in einen Abwärtstrend fiel.

Das Problem also ist weniger die fundamentale Qualität des Geschäfts, sondern der technische Zustand der Aktie. Der Chart auf Basis des 50-Wochen-EMA zeigt weiterhin einen klaren Abwärtstrend mit tieferen Hochs und tieferen Tief. Genau dieses Muster macht es schwierig, einen guten Einstieg zu finden. Selbst wenn das Unternehmen langfristig solide bleibt, kann der Markt den Kurs noch längere Zeit nach unten oder seitwärts drücken. Wer in solchen Phasen kauft, bindet Kapital oft über Monate oder sogar Jahre ohne nennenswerte Performance.

Zukunftsaussichten

Auch der Blick nach vorne ist nicht frei von Fragezeichen. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten zwar weiterhin Wachstum, doch die Dynamik ist deutlich geringer als in der Vergangenheit. Im Datenblatt liegt das erwartete Umsatzwachstum bei unter 20 Prozent, während die langfristige Historie wesentlich höhere Raten zeigt. Chewy wächst also weiter, aber nicht mehr mit der gleichen Wucht wie in den letzten fünf Jahren.

Positiv ist, dass die Bewertung inzwischen wieder attraktiver wirkt. Auf Basis des Growth-Modells liegt die Sicherheitsmarge bei rund 23 Prozent, und das durchschnittliche Analystenkursziel von 46 US-Dollar entspricht einem Aufwärtspotenzial von gut 46 Prozent . Das bedeutet: Rein rechnerisch ist die Aktie nicht teuer. Nur nützt eine faire oder günstige Bewertung wenig, wenn der Markttrend weiterhin gegen einen arbeitet.

Einordnung für Anleger

Chewy ist kein schlechtes Unternehmen. Die Wachstumszahlen sind solide, die Profitabilität hat sich verbessert und der Markt für Heimtierprodukte ist strukturell attraktiv. Das eigentliche Risiko liegt aktuell nicht in der Bilanz, sondern im Kursverlauf. Solange der übergeordnete Abwärtstrend intakt bleibt, besteht die Gefahr, dass selbst gute Nachrichten nur zu kurzen Zwischenerholungen führen.

Für langfristig orientierte Anleger heißt das: Es gibt attraktivere Gelegenheiten, bei denen sowohl Fundamentaldaten als auch Trend in die gleiche Richtung zeigen. Chewy kann man auf der Watchlist behalten, aber ein Einstieg drängt sich erst dann auf, wenn der Markt signalisiert, dass der Abwärtstrend tatsächlich gebrochen ist und die Aktie nachhaltig über ihren gleitenden Durchschnitten notiert.

Wer solche Situationen systematisch bewerten möchte, kommt um ein strukturiertes Werkzeug kaum herum. Die GROWTH Investing Software von Marcus Kitzmann verbindet genau diese beiden Welten, Fundamentalanalyse und Trendbewertung, in einem Modell. Ein Blick in die Software hilft dabei, nicht nur zu erkennen, ob eine Aktie günstig ist, sondern auch, ob der Markt bereit ist, diese Bewertung zu honorieren.

 

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