In den vergangenen Monaten ist die Adidas-Aktie bei vielen Anlegern wieder verstärkt auf den Radar geraten. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die zuletzt ausgesprochen positiven Prognosen und ambitionierten Wachstumserwartungen für die kommenden Jahre. Hohe zweistellige Wachstumsannahmen, großzügig wirkende Sicherheitsmargen und deutlich über dem aktuellen Kurs liegende Analystenziele vermitteln auf den ersten Blick den Eindruck, dass das Unternehmen vor einer nachhaltigen operativen Wende stehen könnte. Diese optimistische Ausgangslage macht jedoch einen nüchternen Blick auf die tatsächliche Kurs- und Unternehmensentwicklung umso wichtiger.
Schwache Historie vs. hohe Erwartungen
Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt ein ernüchterndes Bild. Die Aktie weist über diesen Zeitraum eine deutlich negative durchschnittliche Gesamtwachstumsrate auf. Entsprechend fiel auch das Kapitalwachstum klar negativ aus. Das ist kein statistischer Ausreißer, sondern Ausdruck eines grundlegenden Zusammenhangs: Entwickelt sich das Unternehmen operativ schwach, spiegelt sich das mit zeitlicher Verzögerung auch im Aktienkurs wider. Auf längere Sicht lässt sich dieser Effekt kaum übergehen.

Dem steht eine auf den ersten Blick beeindruckende Erwartungshaltung gegenüber. Für die kommenden Jahre, insbesondere bis Ende 2026, werden hohe Wachstumsraten prognostiziert. Auch die rechnerische Sicherheitsmarge wirkt großzügig, und die durchschnittlichen Kursziele der Analysten liegen deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Rein fundamental betrachtet könnte dies den Eindruck erwecken, dass bereits viel Pessimismus eingepreist ist.
Der Aktienkurs bestätigt den Optimismus bislang nicht
Trotz der optimistischen Annahmen befindet sich die Aktie seit geraumer Zeit in einem klaren Abwärtstrend. Aus charttechnischer Sicht ist eine typische Abfolge aus tieferen Hochs und tieferen Tiefs zu erkennen. Solange dieser Trend intakt bleibt, fehlt ein zentrales Signal: die Bestätigung durch den Markt selbst.

Für Investoren bedeutet das, dass es nicht ausreicht, mit einer zukünftigen operativen Verbesserung zu rechnen. Entscheidend ist, ob institutionelle Anleger bereits beginnen, diese Erwartung in steigende Kurse umzusetzen. Erst wenn der Kursverlauf eine nachhaltige Trendwende signalisiert, entsteht ein Umfeld, in dem ein Einstieg nicht nur inhaltlich, sondern auch zeitlich sinnvoll erscheint.
Gerade langfristig orientierte Anleger sollten sich davor hüten, „recht haben zu wollen“, während der Markt eine andere Sprache spricht. Ein Unternehmen kann auf dem Papier attraktiv wirken; solange der Kurs jedoch weiter fällt oder seitwärts läuft, bindet ein Investment Kapital ohne angemessene Renditeperspektive.
Warum die Adidas-Aktie derzeit kein überzeugendes Langfristinvestment ist
Langfristige Qualitätsaktien zeichnen sich durch einen vergleichsweise ruhigen, stetigen Aufwärtstrend aus. Rücksetzer treten zwar auf, bleiben aber meist begrenzt und werden im Zeitverlauf durch neue Höchststände abgelöst. Genau dieses Muster fehlt hier. Stattdessen zeigt der langfristige Kursverlauf ein ausgeprägtes Auf und Ab ohne klaren übergeordneten Wachstumspfad.
Das macht die Aktie für ein langfristiges Buy-and-Hold-Investment unattraktiv. Selbst wenn es zwischendurch Erholungsphasen gibt, fehlt bislang die Konstanz, die für nachhaltigen Vermögensaufbau entscheidend ist.
Wie ein überzeugendes Langfristinvestment typischerweise aussieht
Ein hochwertiges Langfristinvestment verbindet mehrere Eigenschaften: solide und über Jahre hinweg nachweisbare Wachstumsraten, ein stabiler Geschäftsverlauf, vergleichsweise geringe Kursschwankungen und einen Aktienkurs, der sich über lange Zeiträume hinweg stetig nach oben bewegt. Besonders attraktiv wird eine solche Aktie dann, wenn sie vorübergehend unter Druck gerät und sich günstige Einstiegsgelegenheiten ergeben, ohne dass der langfristige Aufwärtstrend infrage steht. Die Kombination aus Qualität, Beständigkeit und günstigen Einstiegsfenstern ist es, die langfristig überdurchschnittliche Ergebnisse ermöglicht.
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