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Badger Meter: starkes Erbe, schwache Perspektive?

Badger Meter ist ein US-amerikanischer Spezialist für Mess- und Durchflusslösungen, vor allem im Bereich Wasser- und Energiemanagement. Das Unternehmen profitiert grundsätzlich von langfristigen Trends wie Infrastrukturinvestitionen, Digitalisierung von Versorgungsnetzen und effizienterer Ressourcennutzung. Die Aktie hat über viele Jahre hinweg ein solides Wachstum gezeigt und stand deshalb lange auf den Watchlists vieler Qualitätsinvestoren. Der jüngste Kursverlauf wirft jedoch Fragen auf.

Solides Wachstum trifft auf gebremste Erwartungen

Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt zunächst ein positives Bild. Die durchschnittliche Wachstumsrate der letzten fünf Jahre (G) liegt bei rund 18 Prozent pro Jahr. Auch Umsatz und Gewinn konnten über diesen Zeitraum deutlich zulegen. Diese Historie erklärt, warum Badger Meter lange als verlässlicher Wachstumswert wahrgenommen wurde.

Badger Meter Aktienanalyse Chart
Quelle: BMI PDF

Problematisch wird jedoch der Blick nach vorn. Für das laufende Geschäftsjahr werden lediglich unterdurchschnittliche Wachstumsaussichten (O) von gut 6 Prozent erwartet. Dieser Bruch zwischen starker Vergangenheit und verhaltener Zukunft war ein wesentlicher Auslöser für den deutlichen Kursrückgang Mitte 2025. Damals reagierte der Markt sensibel auf schwächere Zahlen und vor allem auf den vorsichtigen Ausblick des Managements.

Bewertung, Risiko und technisches Bild

Trotz des Kursrückgangs weist die Aktie aktuell eine beachtliche Sicherheitsmarge (W) von knapp 29 Prozent auf. Rein bewertungsseitig wirkt Badger Meter damit attraktiv. Auch das durchschnittliche Analystenkursziel (T)  signalisiert noch ein moderates Aufwärtspotenzial von rund 15 Prozent.

Dem stehen jedoch mehrere Risikofaktoren gegenüber. Die Aktie befindet sich weiterhin in einem Abwärtstrend, gemessen am 50-Wochen-EMA. Zudem ist das Short Interest mit über 8 Prozent vergleichsweise hoch, was auf eine gewisse Skepsis am Markt hindeutet. Charttechnisch wurde zuletzt eine wichtige Unterstützungszone nach unten durchbrochen, ausgelöst durch die Veröffentlichung der Zahlen Ende Januar. Solange kein klarer Ausbruch über die vorherige Kursrange gelingt, bleibt das Risiko erhöht, in ein fallendes Messer zu greifen.

Gerade rund um Quartals- und Jahreszahlen zeigt sich bei Badger Meter, wie schnell sich das Bild drehen kann. Selbst enge Stop-Loss-Marken bieten hier keinen verlässlichen Schutz, wenn die Aktie über Nacht zweistellig nach unten springt. Vor diesem Hintergrund erscheint Zurückhaltung angebracht, bis sich sowohl fundamental als auch technisch wieder mehr Stabilität abzeichnet.

Badger Meter Aktienanalyse GROWTH-Chart
Charttechnisch wurde zuletzt eine wichtige Unterstützungszone (Linie 1) nach unten durchbrochen, ausgelöst durch die Veröffentlichung der Zahlen Ende Januar.

Einordnung und nächster Schritt

Badger Meter bleibt ein interessantes Unternehmen mit strukturellem Rückenwind und einer überzeugenden Langfristbilanz. Kurz- bis mittelfristig sprechen jedoch die schwachen Wachstumserwartungen, der bestehende Abwärtstrend und das erhöhte Marktrisiko für Geduld. Für einen Neueinstieg wäre ein klarer charttechnischer Befreiungsschlag über die frühere Kursrange ein deutlich robusteres Signal.

Wer solche Zusammenhänge systematisch bewerten und fundamentale Kennzahlen mit Charttechnik und Risikofaktoren kombinieren möchte, kann genau das mit der GROWTH Investing Software tun. Sie ermöglicht es, Chancen und Risiken einer Aktie wie Badger Meter strukturiert einzuordnen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Ein eigener Blick auf die Analyse lohnt sich.

 

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