Die Aktie von Marvell Technology steht bei vielen Anlegern wieder auf der Beobachtungsliste. Der Grund dafür ist weniger ein kurzfristiger Hype, sondern vielmehr die Kombination aus starkem erwarteten Wachstum im laufenden Geschäftsjahr, einer deutlichen Sicherheitsmarge zum inneren Wert und einem intakten technischen Aufwärtstrend. Gleichzeitig zeigt der langfristige Kursverlauf, dass Marvell kein klassischer „Buy-and-Hold“-Titel ist, sondern ein zyklisches Profil aufweist, das Timing besonders wichtig macht.
Entwicklung der letzten Jahre
Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass Marvell operativ solide gewachsen ist. Über die letzten fünf Jahre liegt die Gesamtwachstumsrate (G) bei gut 14 Prozent. Besonders positiv fällt das Gewinnwachstum auf (siehe Datenblatt), das im gleichen Zeitraum knapp 19 Prozent pro Jahr erreichte. Das Umsatzwachstum lag mit rund 10 Prozent etwas darunter, was für ein technologiegetriebenes Unternehmen dieser Größenordnung dennoch respektabel ist. Für das laufende Geschäftsjahr (O) wird sogar ein außergewöhnlich hohes Wachstum von rund 60 Prozent erwartet, was erklärt, warum die Aktie zuletzt verstärkt Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.
Aus Bewertungssicht zeigt sich ein interessantes Bild. Auf Basis Schlusskurses vom 26. Januar ergibt sich laut Berechnungen eine Sicherheitsmarge (W) von rund 23 Prozent zum inneren Wert. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten (T) liegt nochmals deutlich höher und signalisiert ein Aufwärtspotenzial von knapp 47 Prozent. Auch aus technischer Sicht bleibt der übergeordnete Trend positiv, da sich die Aktie oberhalb des 50-Wochen-EMA bewegt. Kurzfristig ist allerdings eine Seitwärtsphase erkennbar, die weniger als Schwäche, sondern eher als Konsolidierung innerhalb des bestehenden Trends interpretiert werden kann.

Chancen und Risiken von Marvell Technology
Für aktiv orientierte Anleger kann diese Konstellation spannend sein. Sollte sich die Aktie aus der aktuellen Seitwärtsbewegung wieder in Richtung ihres inneren Werts bewegen, ergibt sich ein attraktives Chancen-Risiko-Verhältnis, insbesondere wenn ein klar definierter Stopp gesetzt wird. Historisch lässt sich beobachten, dass Marvell immer wieder Phasen ausgeprägter Auf- und Abschwünge durchläuft. Genau diese Zyklen sprechen eher für taktische Einstiege als für ein strikt langfristiges Investment.
Die Risikoanalyse zeigt allerdings auch Punkte, die nicht ausgeblendet werden sollten. Die Gesamtbewertung liegt bei 4 von 6 und damit im soliden, aber nicht optimalen Bereich. Auffällig ist vor allem der Rückgang der Bruttomarge in den vergangenen Jahren. Zudem wurden über fünf Jahre betrachtet Aktien im Umfang von rund 28 Prozent ausgegeben, was zwar zuletzt deutlich gebremst wurde, langfristig aber verwässernd wirkt. Der Gewinn je Aktie zeigte zuletzt kaum Wachstum, was eine genauere Betrachtung der Finanzentwicklung erforderlich macht.
Einordnung für Anleger
Unterm Strich zeigt sich Marvell Technology als qualitativ gutes, aber klar zyklisches Unternehmen. Die langfristigen Aussichten im Technologiesektor bleiben attraktiv, dennoch verlangt die Aktie aufgrund ihrer Schwankungsanfälligkeit ein aktives Management. Wer weniger Wert auf gleichmäßige Kursverläufe legt und stattdessen gezielt Chancen innerhalb von Trendbewegungen sucht, findet hier eine interessante Ausgangslage.
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