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Wingstop nach dem Kursanstieg: Wie fair ist die Bewertung noch?

Im Zuge des jüngsten Kursanstiegs ist die Aktie von Wingstop bei vielen Anlegern wieder stärker in den Fokus gerückt. Die zentrale Frage lautet: Ist der Titel nach dieser Bewegung noch fair bewertet oder bereits zu teuer? Ein Blick auf die Wachstumskennzahlen, die Bewertung und einige qualitative Faktoren liefert ein differenziertes Bild.

Die wichtigsten Kennzahlen in der Schnellanalyse

Wingstop weist über die vergangenen fünf Jahre eine sehr hohe Gesamtwachstumsrate (G) auf. Das Gewinn- und Umsatzwachstum bewegt sich auf einem Niveau, das deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt. Auch der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr (O) lässt wieder hohe Zuwachsraten erwartet. Diese Dynamik erklärt, warum die Aktie trotz zwischenzeitlicher Rücksetzer immer wieder das Interesse von Wachstumsinvestoren auf sich zieht. Der Börsenwert liegt aktuell im Bereich von rund sechs Milliarden Euro und unterstreicht, dass es sich längst nicht mehr um einen kleinen Nischenwert handelt.

Wingstop Aktienanalyse: Überblick Schnellanalyse
Die zugrunde liegenden Zahlen und Grafiken stammen aus dem bereitgestellten PDF und bilden die Basis dieser Einschätzung: WING PDF.

Aus Bewertungssicht zeigt sich ein spannender Befund. Auf Basis der zugrunde gelegten Annahmen ergibt sich derzeit eine Sicherheitsmarge (W) von rund 30 Prozent gegenüber dem errechneten inneren Wert. Das deutet darauf hin, dass die Aktie trotz des Kursanstiegs noch nicht vollständig ausgereizt ist. Ergänzend dazu liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten (T) rund 19 Prozent über dem aktuellen Niveau. Zwar decket sich das nicht vollständig mit dem inneren Wert, signalisiert aber ebenfalls noch Luft nach oben.

Risiken für Anleger

Ein Punkt, den man im Blick behalten sollte, ist das vergleichsweise erhöhte Short Interest, das bei rund fünf Prozent liegt. Das deutet auf eine gewisse Skepsis einzelner Marktteilnehmer hin und kann kurzfristig zu stärkeren Schwankungen führen. Tatsächlich zeigt der Kursverlauf, dass Wingstop immer wieder deutliche Rücksetzer erlebt hat, die im Bereich von etwa neun bis zehn Prozent lagen. Charttechnisch befindet sich die Aktie seit dem vergangenen Herbst dennoch in einem Aufwärtstrend mit höheren Hochs und höheren Tiefs, auch wenn sie zuletzt noch unter dem EMA-50 auf Wochenbasis notierte. Wer einen Einstieg erwägt, sollte daher ausreichend Luft für kurzfristige Gegenbewegungen einplanen und Stop-Marken nicht zu eng setzen.

Fundamental fällt auf, dass sich die Bruttomarge über viele Jahre hinweg rückläufig entwickelt hat. Von sehr hohen Werten Mitte der 2010er-Jahre ist sie schrittweise auf ein niedrigeres, aber stabileres Niveau gesunken. Dieser Rückgang wirkt auf den ersten Blick kritisch, relativiert sich jedoch im historischen Kontext. Trotz der sinkenden Marge konnte der Kurs in diesem Zeitraum massiv zulegen. Gleichzeitig sind Gewinn und Umsatz kontinuierlich gestiegen, was darauf hindeutet, dass das Geschäftsmodell auch mit geringerer Bruttomarge sehr gut skalieren kann. Perfekte Aktien gibt es nicht, und bei Wingstop ist dieser Punkt einer der wenigen klaren Wermutstropfen.

Wingstop Aktienanalyse Bruttomarge 10 Jahre
Nicht optimal: Die Entwicklung der Bruttomarge in den letzten 10 Jahren. Quelle: GROWTH-Software (Anmeldung erforderlich))

Schlussfolgerungen

In der Gesamtabwägung präsentiert sich Wingstop als hochwertige Wachstumsaktie mit starkem langfristigem Track Record, nachvollziehbarem Geschäftsmodell und weiterhin vorhandenem Bewertungsspielraum. Die rückläufige Bruttomarge und die vorsichtigeren Analystenschätzungen sind Punkte, die man kennen sollte, ändern aber nichts daran, dass das Unternehmen operativ sehr solide dasteht. Wer die Aktie tiefergehend analysieren möchte, kann mit der GROWTH-Investing-Software, die für diese Bewertung genutzt wurde, jetzt selbst prüfen, wie sich innerer Wert, Sicherheitsmarge und Risikokennzahlen entwickeln und ob Wingstop (oder eine beliebige andere Aktie) ins eigene Portfolio passt.

 

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